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Von Mo (Sportwissenschaftler)··7 Min. Lesezeit·2 Aufrufe

Schwimmen oder Laufband: Was ist besser für Herz und Fettverbrennung?

Eine Stunde auf dem Laufband oder eine Stunde im Becken – was bringt mehr für Herz, Kreislauf und Fettverbrennung? Wir haben uns die wichtigsten Studien angesehen: große Beobachtungsstudien mit über 120.000 Menschen, kontrollierte Trainingsstudien und die offiziellen Tabellen zum Energieverbrauch. Die Antwort ist spannender als „Schwimmen ist immer besser“.

Kurz gesagt:
  • Herz und Kreislauf: Hier schneidet Schwimmen in Studien sehr gut ab. In einer britischen Studie mit 80.306 Erwachsenen hatten Schwimmer ein um 41 % niedrigeres Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben (Oja 2017).
  • Blutdruck: 12 Wochen Schwimmtraining senkten den oberen Blutdruckwert bei Menschen über 50 im Schnitt von 131 auf 122 mmHg (Nualnim 2012).
  • Kalorien: Eine Stunde Kraulen in mittlerem Tempo verbraucht deutlich mehr als zügiges Gehen auf dem Laufband und ungefähr so viel wie lockeres Joggen (Compendium 2024).
  • Fettabbau: Die Studien sind gemischt. Schwimmen kann beim Abnehmen helfen, ist aber kein Wundermittel – entscheidend sind Regelmäßigkeit, Intensität und Ernährung.

Herz und Kreislauf: Was die großen Studien zeigen

Zwei große Beobachtungsstudien haben Schwimmer mit Menschen verglichen, die laufen, gehen oder sich kaum bewegen:

Die ehrliche Einordnung: Beides sind Beobachtungsstudien. Sie zeigen einen Zusammenhang, beweisen aber nicht, dass Schwimmen die Ursache ist. Wer schwimmt, lebt vielleicht auch sonst gesünder. Die Forschenden haben viele Faktoren herausgerechnet, aber nicht alle. Sicher ist: Schwimmen schneidet in diesen Studien mindestens so gut ab wie Laufen und Gehen.

Blutdruck und Gefäße: Trainingsstudien mit Schwimmern

Stärker als Beobachtungen sind Studien, in denen Menschen zufällig einer Trainingsgruppe zugeteilt werden:

Interessant an der zweiten Studie: Die Sprintgruppe trainierte nur 15–25 Minuten pro Einheit und erreichte am Herzen ähnliche Effekte wie die Gruppe mit einer vollen Stunde.

Kalorien: Eine Stunde Schwimmen gegen eine Stunde Laufband

Wie viel Energie eine Bewegung verbraucht, wird in MET angegeben (1 MET entspricht etwa dem Verbrauch in Ruhe). Das 2024 aktualisierte Compendium of Physical Activities nennt diese Werte:

Grob gerechnet verbraucht eine Person mit 75 kg pro Stunde ungefähr MET × Körpergewicht Kilokalorien. Eine Stunde Kraulen in mittlerem Tempo sind damit etwa 600 kcal, eine Stunde gemütliches Gehen etwa 260 kcal, eine Stunde Laufen mit 10 km/h etwa 700 kcal. Das sind Durchschnittswerte, im Einzelfall kann es deutlich abweichen.

Das heißt: Gegen eine Stunde gemütliches Gehen auf dem Laufband gewinnt Kraulen klar. Gegen Joggen liegt es ungefähr gleichauf. Und: Wer die Technik nicht beherrscht, schafft keine Stunde Kraulen am Stück – Technik ist beim Schwimmen der Schlüssel zum Kalorienverbrauch.

Fettverbrennung: Was die Studien wirklich sagen

Hier wird es ehrlich gesagt uneinheitlich:

Unser Fazit: Schwimmen kann beim Fettabbau helfen, die Datenlage ist aber nicht so klar wie beim Herz. Ob Laufband oder Becken – Fett verliert, wer regelmäßig trainiert, sich steigert und auf die Ernährung achtet.

Wo Schwimmen das Laufband klar schlägt

Mehr zu den Effekten des Kraulens lesen Sie in unserem Artikel Kraulen für Erwachsene: Was Studien zur Gesundheit sagen.

So holen Sie mehr aus Ihrer Stunde im Wasser

  1. Technik zuerst: Mit sauberer Kraultechnik und ruhiger Atmung schwimmen Sie länger und schneller – und verbrauchen damit mehr Energie.
  2. Intervalle einbauen: Kurze, schnelle Bahnen mit Pausen wirken laut Mohr 2014 auf Herz und Blutdruck ähnlich gut wie eine lange, ruhige Einheit.
  3. Regelmäßig bleiben: Zwei- bis dreimal pro Woche, Woche für Woche, bringt mehr als ein einzelner langer Tag.
  4. Ernährung nicht vergessen: Training allein reicht für deutlichen Fettabbau selten aus.

Kraulen lernen in Graz und Gratkorn

Viele Erwachsene können zwar schwimmen, aber nicht ausdauernd kraulen – genau dort liegt das größte Potenzial für Herz und Kalorienverbrauch. Im Privatunterricht 1:1 oder zu zweit lernen Sie bei uns im Bad zur Sonne in Graz Atmung, Wasserlage und Armzug Schritt für Schritt (Schwimmkurse für Erwachsene). Ab März 2027 gibt es außerdem den Abendkurs „Kraulen lernen“ im Hallenbad Gratkorn (Kurse in Gratkorn).

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Häufige Fragen

Ist Schwimmen gesünder fürs Herz als Laufen?

In großen Beobachtungsstudien schneidet Schwimmen mindestens so gut ab wie Laufen: In der britischen Studie von Oja (2017) hatten Schwimmer ein um 41 % niedrigeres Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben. Solche Studien zeigen aber Zusammenhänge, keinen Beweis.

Verbrennt eine Stunde Schwimmen mehr Kalorien als eine Stunde Laufband?

Als gemütliches Gehen auf dem Laufband: ja, deutlich. Kraulen in mittlerem Tempo liegt bei 8,0 MET, gemütliches Gehen bei 3,5 MET. Gegen Joggen mit 10 km/h (9,3 MET) liegt Kraulen ungefähr gleichauf.

Nimmt man durch Schwimmen ab?

Es kann helfen: In der Studie von Cox (2010) verbesserte Schwimmen das Gewicht langfristig stärker als Gehen. Eine ältere Studie fand aber keinen Gewichtsverlust. Entscheidend sind Regelmäßigkeit, Intensität und Ernährung.

Wie oft sollte ich schwimmen?

Zwei- bis dreimal pro Woche hat sich in den Trainingsstudien bewährt. Schon 15–25 Minuten mit kurzen, schnellen Abschnitten können Blutdruck und Ruhepuls verbessern.

Quellen

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Fragen wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

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