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Von Mo (Sportwissenschaftler)··4 Min. Lesezeit·1 Aufrufe

Schwimmen lernen als Erwachsener: Ist es wirklich nie zu spät?

„Dafür bin ich zu alt“ – diesen Satz hören wir von erwachsenen Anfängerinnen und Anfängern oft. Die kurze Antwort: Schwimmen lernen ist in jedem Alter möglich. Wie schnell es geht, hängt vor allem von Angst, Vorerfahrung und Übungszeit ab. Hier trennen wir sauber, was Zahlen und Studien zeigen und was unsere Erfahrung aus dem Unterricht ist.

Kurz gesagt:
  • Sie sind nicht allein: Laut KFV-Schwimmstudie 2025 sind rund 7 % der Österreicherinnen und Österreicher ab 5 Jahren Nichtschwimmer, das sind etwa 630.000 Menschen.
  • Selbsteinschätzung: Laut KFV überschätzen ältere Kinder und Erwachsene ihr Schwimmkönnen tendenziell.
  • Zeit: In einer australischen Auswertung von rund 4.900 Erwachsenen besuchten die meisten etwa neun Lektionen (rund fünf Stunden im Wasser). Die Autoren halten das für zu wenig, um höhere Schwimmstufen zu erreichen.

Warum lernen manche erst als Erwachsene schwimmen?

Aus unserem Unterricht kennen wir die typischen Gründe: Es gab als Kind keine Gelegenheit, eine schlechte Erfahrung im Wasser, Angst vor tiefem Wasser oder die Scham, als Erwachsener „noch nicht schwimmen zu können“. Wissenschaftlich ist das Thema wenig erforscht. Die australischen Autorinnen und Autoren fordern ausdrücklich weitere qualitative Studien zu den Hürden, die Erwachsene vom Kurs abhalten.

Was Zahlen und Studien zeigen

Österreich: KFV-Schwimmstudie 2025

Laut der auf gesundheit.gv.at zusammengefassten KFV-Schwimmstudie sind etwa 7 % der Menschen in Österreich ab 5 Jahren Nichtschwimmer. Zudem überschätzen ältere Kinder und Erwachsene ihr Können eher. Wer sich also „so halbwegs“ über Wasser hält, kann Sicherheit im Wasser trotzdem noch nicht automatisch haben. Eine Aufschlüsselung nur für Erwachsene nennt die Zusammenfassung nicht. Pro Jahr sterben in Österreich laut dieser Quelle zwischen 22 und 47 Menschen durch Ertrinken.

Australien: Schwimmfähigkeit von Erwachsenen in Kursen

Eine Auswertung anonymisierter Daten von rund 4.900 Erwachsenen aus australischen Schwimmschulen (James Cook University / Royal Life Saving Society Australia) zeigt: Rund 45 % konnten am Ende ihres Programms mindestens 25 Meter schwimmen, nur etwa 8 % erreichten die 50-Meter-Stufe, die für 12-Jährige erwartet wird. Die meisten besuchten etwa neun Lektionen. Die Autoren empfehlen Programme mit mehr als zehn Lektionen und Anschlussangeboten.

Grenzen der Studie: Die Stichprobe wurde gezielt ausgewählt und ist nicht repräsentativ. Es handelt sich um eine rückblickende Querschnittsauswertung, es wurden nur Gruppenkurse erfasst, und viele Angaben (etwa Vorerfahrung oder Vorerkrankungen) fehlten. Die Zahlen lassen sich nicht einfach auf Österreich oder auf Einzelunterricht übertragen.

Weltweit: WHO

Die WHO nennt weltweit rund 300.000 Todesfälle durch Ertrinken pro Jahr; die Sterberate bei Männern ist mehr als doppelt so hoch wie bei Frauen. Als Maßnahme empfiehlt die WHO vor allem Schwimm- und Wassersicherheitsunterricht für Kinder im Schulalter. Aussagen speziell zu erwachsenen Anfängern macht das Faktenblatt nicht.

Was uns die Erfahrung zeigt (keine Studie)

Das ist unsere Unterrichtserfahrung, kein Studienergebnis: Erwachsene lernen oft ruhiger und bewusster als Kinder, brauchen aber häufiger Zeit, um Vertrauen ins Wasser aufzubauen. Ohne Zuschauer und im eigenen Tempo fällt vielen der erste Schritt leichter. Technik vor Tempo, und Atmen vor Schwimmen.

So starten Sie: 5 Schritte

  1. Im stehtiefen Wasser wohlfühlen: gehen, hüpfen, sich am Beckenrand bewegen.
  2. Ausatmen ins Wasser: Mund und Nase ins Wasser, ruhig und lange ausatmen.
  3. Gleiten üben: Abstoßen von der Wand, Körper lang machen, Gesicht im Wasser.
  4. Erste Schwimmbewegung: Beinschlag und Armzug in ruhigem Tempo, Atmung einbauen.
  5. Regelmäßig üben: lieber öfter kurz als selten lang, und Ziele klein halten.

Bei Vorerkrankungen oder Unsicherheit klären Sie den Einstieg bitte vorher mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt.

Schwimmschule Mo: Schwimmen lernen als Erwachsener in Graz

Bei Schwimmschule Mo unterrichten wir Erwachsene in Privatkursen für Erwachsene in Graz, im eigenen Tempo und ohne Zuschauer. Ob Wasserangst, Anfänger oder Wiedereinsteiger: Wir klären im Gespräch, wo Sie stehen, und bauen Schritt für Schritt auf. Freie Termine finden Sie direkt auf der Buchungsseite.

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Häufige Fragen

Ist es als Erwachsener zu spät, schwimmen zu lernen?

Nein. Wir kennen keine Altersgrenze. Entscheidend sind Angst, Vorerfahrung und Übungszeit. Bei Vorerkrankungen klären Sie den Einstieg bitte vorher ärztlich.

Wie lange dauert es, bis ich schwimmen kann?

Das ist individuell. In der australischen Auswertung reichten etwa neun Lektionen den meisten nicht für höhere Ziele; rund 45 % schwammen am Ende mindestens 25 Meter. Eine verlässliche Pauschalzahl gibt es nicht.

Ich habe Angst vor tiefem Wasser. Kann ich trotzdem lernen?

Ja. Angst ist häufig. In unserem Unterricht beginnen wir im stehtiefen Wasser, und Sie bestimmen das Tempo.

Brust oder Kraul: Was lerne ich zuerst?

Beides ist möglich. Wir wählen nach Atmung und Körpergefühl. Zu „besser für Anfänger“ kennen wir keine belastbare Studie.

Einzel- oder Gruppenunterricht?

Bei Angst oder Scham empfinden viele Einzelunterricht als angenehmer; das ist unsere Erfahrung, kein Studienergebnis. Die zitierte Studie erfasste nur Gruppenkurse und kann dazu nichts sagen.

Quellen

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Fragen wenden Sie sich bitte an Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt.

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